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Die chinesischen Heilkräuter sind bei uns zwar weniger bekannt als Akupunktur, haben jedoch einen grossen Stellenwert in der Traditionell Chinesischen Medizin. Der Ausdruck Kräuter ist dabei nicht wörtlich zu nehmen: Neben den meist pflanzlichen Auszügen zählen auch Mittel tierischen oder mineralischen Ursprungs dazu. Das Besondere an den chinesischen Kräutern: Das Wissen über sie bezieht sich fast ausschliesslich auf ihre Wirkungen beim Menschen. In der westlichen Medizin hingegen ist ja vor allem die exakte Analyse der Inhaltsstoffe interessant. Die Anwendung - also die Wirkung beim Menschen wird in den westlichen Arzneimittelführern nur sehr allgemein beschrieben. Bei chinesischen Arzneimitteln füllen die Wirkungsbeschreibungen gleich mehrere Rubriken. Die Geschmacksrichtung gibt dabei genaue Hinweise auf die Körperschicht, in der die Heilpflanze wirkt. Wenn ein Mittel beispielsweise sauer ist, weiss der Therapeut, dass es seine intensivste Wirkung im Inneren entfaltet. Ein scharfes Mittel hingegen wirkt vor allem auf der Oberfläche. Die anderen Geschmacksrichtungen (bitter, süss, salzig) wirken in genau definierten Zwischenlagen. Weiterhin weiss der Therapeut, dass ein saures Mittel auf den Funktionsbereich Leber wirkt, ein salziges Mittel hingegen auf den Funktionsbereich der Niere und damit das Element Wasser anspricht. Damit ist ihm auch bekannt, dass dieses Mittel sehr wirksam bei einem schwach ausgeprägtem Yin ist. Auch die anderen Geschmacksrichtungen entsprechen Funktionsbereichen und Elementen und erlauben damit Rückschlüsse auf die Wirkungen. Jeder Arznei ist auch eines der fünf Temperamente zugeordnet, wie kalt, kühl, neutral, warm oder heiss. Damit kann der Therapeut bei Hitzeerscheinungen einkühlendes Mittel verabreichen und umgekehrt. Seit vielen Jahrhunderten werden die Wirkungen der Mittel klinisch beobachtet und das Wirkspektrum beschrieben.
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